Gebrauchtwagenkauf: Wie finde ich das richtige Auto für mich?

GebrauchtwagenkaufEs gibt viele Gründe, ein gebrauchtes Auto zu kaufen: Den einen geht es darum, möglichst günstig einen fahrbaren Untersatz für den Alltag haben. Andere kaufen ein gebrauchtes Fahrzeug für ganz bestimmte Zwecke, zum Beispiel ein Winterfahrzeug, einen Transporter für die Baustellenfahrten oder sogar ganz alte Autos für sogenannte Stockcar-Rennen, nach denen die teilnehmenden Rennautos ein Fall für die Autopresse des Schrottplatzes sind. Natürlich unterscheiden sich die Anforderungen an einen Gebrauchtwagen mit jeder Absicht teils deutlich. Wer sich dabei nicht so sehr mit Autos auskennt oder beschäftigt und eine Occasion für praktische Zwecke benötigt, weiss vielleicht nicht, worauf er beim Kauf achten sollte – hier ein kleiner Überblick.

Der solide Gebrauchtwagen für den Alltag

Nicht jeder, der im Alltag auf ein zuverlässiges Auto angewiesen ist, kann sich ohne weiteres einen Neuwagen leisten. Geht das aktuelle Fahrzeug kaputt, muss jedoch schleunigst ein neues her, möglichst günstig, aber so zuverlässig und langlebig wie möglich. Hier bietet der Gebrauchtwagenmarkt unter Umständen sogar einen Vorteil. Wer nämlich ein nagelneues Modell eines Autoherstellers kauft, ahnt nicht, was ihn erwartet. Kein Auto ist perfekt und jedes Modell hat seine Kinderkrankheiten bzw. Schwachstellen. So kam es in der Vergangenheit schon öfter vor, dass Käufer eines Neuwagens ihr Auto alle paar Wochen in die Werkstatt geben mussten. Durch Garantie und Gewährleistung entstehen in solchen Fällen je nach Problematik zwar keine Kosten, von Robustheit und Zuverlässigkeit des Autos kann dann aber auch keine Rede mehr sein. Daher die zwei wichtigsten Tipps, wie Sie den richtigen Gebrauchtwagen für sich finden, wenn Sie sich ein zuverlässiges Fahrzeug für den Alltag wünschen:

  • Machen Sie Kinderkrankheiten und Schwachstellen des Autos ausfindig

Gehen Sie bei der Auswahl von Hersteller und Modell nicht emotional vor, sondern recherchieren Sie schon im Vorfeld möglichst detailliert Informationen zu dem jeweiligen Modell im Internet. In Automagazinen, Autotests, Autoforen oder Autoratgebern werden Sie sehr schnell auf bekannte Schwachstellen des Fahrzeugs stossen. Manche Probleme sind weniger schlimm und können in Kauf genommen werden, andere können dagegen schwerwiegende Folgen für die Technik des Fahrzeugs oder sogar für die Sicherheit der Insassen haben. Rückrufe der Hersteller sind nahezu immer ein Hinweis auf solch strukturelle Schwachstellen im jeweiligen Fahrzeugmodell.

  • Informieren Sie sich bei der MFK und bei Automobilclubs

Automobilclubs veröffentlichen regelmässig Tests von bestimmten Automodellen, worunter auch Langstreckentests fallen, die in der Regel die Schwächen des Fahrzeugs offenlegen – sei es bezüglich des Spritverbrauchs oder der Verschleissteile. In Bezug auf die Technik sollten Sie sich veröffentlichen von Statistiken der MFK oder des TÜV aus dem benachbarten Deutschland anschauen, um herauszufinden, bei welchem Automodell mittelfristig mit welchen Schäden zu rechnen ist. Häufig gibt es zu diesen Statistiken auch Artikel in Automagazinen oder Blogs im Stile von Toplisten, zum Beispiel »die 10 Fahrzeugmodelle mit den meisten Mängeln« oder »die 10 meisten Schäden bei Fahrzeugmodell XY«. Die Recherche in diesem Bereich lohnt sich in jedem Falle und hilft dabei, den richtigen Gebrauchtwagen für Sie zu finden.

Ein kräftiges Fahrzeug zum Ziehen grosser Lasten

Wer regelmässig mit dem Pferdeanhänger zum Turnier fährt oder mit dem Bootstrailer zum Wochenendausflug ans Meer, muss beim Gebrauchtwagenkauf auf ganz bestimmte Eigenschaften achten, von denen eine besonders wichtig ist: die Anhängelast, oft auch Zuglast genannt. PS-Zahl und Drehmoment alleine sind hierbei wenig aussagekräftig, sondern immer in Abhängigkeit zu Getriebeart, Front-, Heck- oder Allradantrieb bis hin zu Ausstattung des Autos. Keine Sorge, natürlich müssen Sie selbst keine Berechnungen anstellen. Von entscheidender Bedeutung ist aber der genaue Blick auf die technische Anhängelast in den Fahrzeugpapieren. Grössere SUV bzw. Geländewagen sind meist mit einer sehr guten Zugkraft ausgestattet, während sich Elektroautos quasi überhaupt nicht zum Ziehen von Lasten eignen.

Der schnelle Flitzer für die Rennveranstaltung

Erfahrene Rennfahrer wissen natürlich genau, worauf sie beim Kauf eines gebrauchten Autos achten müssen. Wer neu im Geschäft ist und sich an einem der vielen Amateurrennen beteiligen möchte, will möglichst mit einem konkurrenzfähigen, sprich schnellen Modell einsteigen. Meist fällt der erste Blick dann auf die PS, doch sagen diese allein nur wenig über Geschwindigkeit oder Beschleunigung des Fahrzeugs aus. Beispielsweise kommt ein Schwertransporter gut und gerne mal mit über 700 PS auf gerade einmal knapp über 60 Km/h Höchstgeschwindigkeit. Wichtig ist der Zusammenhang mit Drehmoment, Übersetzung, Gewicht und Form des Fahrzeugs. Entsprechend könnte ein kompaktes Fahrzeug mit 100 PS deutlich schneller sein als ein schwereres Fahrzeug mit 180 PS. Wer die sprichwörtliche »Rennsemmel« sucht, kommt also nicht darum herum, die einzelnen Daten der Fahrzeuge zu studieren und zu vergleichen. Denn zwischen Erfolg und Misserfolg liegen auch bei Amateurrennen meist nur wenige Millisekunden.

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